Aus dem Nähkästchen: Lenas 5 Wochen im Montafon

5 Wochen als Teamer im Montafon. Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet, als ich Ende Januar in Hamburg in den Zug stieg, um das erste Mal einen Teil der Wintersaison mit Simsalabim zu verbringen. „Und dann gleich 5 Wochen am Stück?“, war meist die Frage, wenn ich anderen von meinem Plan erzählte. „Na klar, wenn schon denn schon!“

 

Als Nordlicht in den Bergen

Und ich war nicht allein: Jonas, der schon in der letzten Wintersaison mehrere Wochen im Kleinwalsertal verbracht hatte, trat mit mir den Weg aus dem nasskalten Norden in das verschneite St. Gallenkirch an. Nach einer langen Zugfahrt und mit ziemlich durchgefrorenen Füßen – die Sneaker aus Hamburg sind halt nicht für minus 16 Grad gemacht – kamen wir in der Reinhilde, unserem Zuhause für die nächsten 5 Wochen, an. Wie schlossen die gemütliche Hütte – auch als „Reinhilton“ bekannt –mit ihrem urigen Charme direkt ins Herz. Als es später dann noch auf ein Kaltgetränk zur Bergstation 1 – Skiverleih, Shop und Après-Ski-Bar des Vertrauens – ging, hatte ich mein „Moin“ schon gegen ein „Servus“ eingetauscht. Die Einheimischen freuten sich über die neuen Gesichter. So schnell kann man in Österreich ankommen!

Am nächsten Morgen ging dann schon der „Alltag“ los: Anreisetag. Für uns bedeutete das, früh raus und ab zum nächsten Großhandel, denn 50 Leute wollen schließlich auch erst einmal versorgt werden. Mein Eindruck vom Abend zuvor bestätigte sich, die Montafoner sind unglaublich offene, nette und hilfsbereite Menschen. Vom Supermarktverkäufer über den Getränke-Lieferanten bis hin zum Barkeeper im Après-Ski-Schirm – ich habe selten so viel ehrliches Interesse und so eine selbstverständliche Hilfsbereitschaft erlebt. Von Touristenmüdigkeit keine Spur, eine Gelassenheit ausstrahlend, nach der man sich in der Großstadt oft sehnt, und immer für einen Klönschnack (Achtung: Norddeutsch) zu haben. Die Menschen hier haben mich wirklich nachhaltig beeindruckt.

Am Samstagnachmittag füllte sich dann auch die Reinhilde mit Menschen, unsere Gäste kamen nach und nach an. Es wurde sich heimisch eingerichtet, Anreise-Stories ausgetauscht und Autos hin- und her geparkt, bis auch der letzte Quadratmeter vor der Hütte ausgefüllt war. Nach einem üppigen Abendessen und dem ein oder anderen Getränk zu immer später werdender Stunde war klar: Mit den Leuten werden wir ziemlich viel Spaß haben! Und das zog sich durch alle 5 Wochen durch. Unsere Gruppen waren gut gemischt, aus allen Ecken Deutschlands zog es Boarder und Skifahrer mit verschiedensten Erfahrungsstufen, Alltagsleben und Interessen in die Reinhilde. Alle geeint durch die Leidenschaft für Berge, Schnee & Schifoan! Ob alleinreisend oder als kleine Gruppe, alle Gäste waren aufgeschlossen und hatten einfach Lust, neue Leute kennenzulernen und als Gruppe auf der Piste und auch danach eine richtig gute Zeit zu haben. Und die hatten wir auch! An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an unsere tollen Gäste: So eine Reise steht und fällt mit euch und ihr wart einfach grandios!

(Bilder gibt es bei Instagram)

Der erste Skitag

Nach der Anreise am Samstag ging es also am Sonntag nach einem ausgiebigen Frühstück direkt auf die Piste, um den ersten Skitag in vollen Zügen zu genießen! Strahlender Sonnenschein und top Schneeverhältnisse – bis auf eine gemeinsame Mittagspause wurde durchgepow(d)ert. Und nach der letzten Abfahrt wartete vor der Reinhilde schon ein großer Topf Glühwein, um alle noch einmal in angemessener Skiurlaubs-Manier willkommen zu heißen.

Den Rest der Woche hatten wir jeden Tag die Qual der Wahl: Valiser- oder Hochjoch-Seite? Rechts oder links hoch? Im Montafoner Skigebiet wird auf jeden Fall niemandem so schnell langweilig! Auch abends war für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt: Vom Kickerturnier über gemeinsames Après-Ski bis hin zu Wellness im hauseigenen Hot Tub, wo man sich in 39 Grad heißem Wasser draußen inmitten schneeverschneiter Berge entspannen konnte – es war für jeden etwas dabei.

Mein persönliches Highlight war das Nachtrodeln. Einmal die Woche hieß es „Die Kässpätzle gibt‘s heute eine Stunde früher!“ und ab 19 Uhr machte sich unsere Gruppe auf zum Garfrescha-Lift. Oben angekommen ging es erst einmal zum Brunellawirt! Ob eine Runde den Hammer schwingen beim Nageln oder gleich zu Hulapalu auf den Tischen tanzen – die Ausgestaltung des Abends war jedem selbst überlassen. Einige ganz Übermütige fingen auch direkt an zu rodeln und schafften bis zu 5 Abfahrten an einem Abend! Für den Rest ging es dann spätestens nach dem Schlusspfiff im Brunella die Talabfahrt mit dem Schlitten runter. Eine riesen Gaudi! Die wurde danach entweder ins Rodelhüsli oder direkt in die Reinhilde verlagert, für eine der legendären Küchenpartys… Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, die muss man einfach selbst erlebt haben!

Diese 5 Wochen waren eine unvergessliche Zeit! Mit unglaublich tollen Gästen und grandiosen Teamern. Jonas und mir fiel der Abschied von der Reinhilde, der verbleibenden Crew und natürlich den Bergen ganz schön schwer… Wir zählen schon die Tage bis es wieder heißt „The mountains are calling and I must go!“

 

Montafon Panorama

 

2017-08-22T17:25:43+00:00 Categories: Simsalabim Blog|