Gut zu wissen… Das 1×1 des Wassersports 2017-08-22T14:54:26+00:00

Gut zu wissen…

Nomen est Omen – Vor allem der Bereich Trendsport entwickelt sich immer weiter. Neue Sportarten, Equipment oder Materialien überschwemmen den Markt, neue Begrifflichkeiten werden aus dem Boden gestampft und wer nicht ständig am Ball bleibt, versteht irgendwann gar nichts mehr.

Gut zu wissen… Das 1×1 des Wassersports

Backbord, Steuerbord, Kanu, Kanadier oder Kajak? In der Welt des Kanusports gibt es viele Varianten und für Laien oft verwirrende Fachbegriffe. Wer sich für diese Sportarten interessiert, kann bei einem der vielen Tourenveranstalter bei einer Kanutour einen ersten Einblick erhalten und/oder sich bei Vereinen informieren. Aber Achtung – für einige der Disziplinen gilt es im Vorfeld die entsprechenden Bootsführerscheine erfolgreich zu absolvieren. Einige der unterschiedlichen Bootarten und dazu gehörenden Fachbegriffe findet ihr hier.

Aufkanten – Wenn das Kanu leicht gegen die Strömung kippt, so dass die Strömung auf den Rumpf des Bootes trifft und man somit auf der Kante fährt, spricht man von Aufkanten. Hierbei handelt es sich um eine der grundlegendsten Techniken, die das Boot stabiler machen kann, in gewissen Situationen vor dem Kentern schützt und bei der Durchführung einiger Manöver hilft.

Backbord – Backbord bezeichnet die in Fahrtrichtung linke Seite des Bootes. Der Gegenbegriff ist Steuerbord.

Bug – Der Bug ist das meist strömungsgünstig geformte Vorderteil eines Bootes oder kurz: vorne!

Dingi – Seinen Ursprung hat das Dingi (auch Dinghi oder Dinghy) in Ostindien. Es ist ein kleines Beiboot, das entweder mit einem Außenbordmotor oder mit Muskelkraft, Paddeln, angetrieben wird. Heutzutage werden oft Schlauchboote als Beiboot eingesetzt.

Dolle – Eine Dolle (auch Ruderlager) wird zur Befestigung der Ruder am Ruderoot genutzt. Sie sind heutzutage meist aus Kunststoff und individuell verstellbar.

Doppelpaddel – Das Doppelpaddel besteht aus einem Schaft, an dessen beiden Enden sich je ein Paddelblatt befindet. Es wird zwischen rechts- und linksgedrehten Doppelpaddeln unterschieden. Die Wahl der Länge ist abhängig von der breite des Bootes und ob man eher entspannt oder sportlich paddelt.

Drachenboot – Das Drachenboot hat seinen Ursprung in China, wo die oftmals bemalten, mit Schnitzarbeiten verzierten, langen und offenen Paddelboote seit Jahrhunderten mit Mythen und Legenden behaftet sind. Bei den heutzutage weltweit als Sportboote verwendeten Booten wird zwar meist auf übermäßige Verzierungen verzichtet, doch der Name ist geblieben. Dem Ruderboot ähnlich, wird das Drachenboot meist von mehreren Menschen mit Hilfe von am Boot fixierten Stechpaddeln oder Langrudern gesteuert. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass die Fahrer mit dem Rücken zur Fahrtrichtung im Boot sitzen.

Eskimorolle – Der Begriff Eskimorolle ist die Grundlage eines jeden Wildwasser- und Freestyle Kanutens und bezeichnet eine Methode das gekenterte Kanu ohne aussteigen zu müssen wieder aufzurichten. Ihren Ursprung hat sie bei den Inuit. Da viele nicht schwimmen konnten und sie sich oftmals auf extrem kalten Gewässern bewegten, war die korrekte Ausführung damals oft überlebenswichtig. Die Ausübung dieser Methode wird Rollen oder auch Eskimotieren genannt und kann in vielen verschiedenen Formen ausgeführt werden.

Faltboot – Bei einem Faltboot handelt es sich um ein zerlegbares Boot, das im Wesentlichen aus einer flexiblen Bootshaut und einem stabilen Innengerüst besteht. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Kanus.

Griffhand – Es handelt sich um einen Begriff aus dem Kanusport. Die Griffhand ist, wie der Name schon sagt jene Hand, die das Stechpaddel oben am Knauf (Griff) hält. Das andere ist die Schafthand.

Heck – Der Begriff Heck bezeichnet den hinteren Teil und Abschluss des Bootes oder kurz: hinten!

Jolle – Eine Jolle ist ein kleines Segelboot mit einem Schwert anstelle eines Kiels. Der Konstruktionsschwerpunkt liegt meist über der Wasserlinie. Das aufrichtende Moment wird, im Gegensatz zum Kielboot, durch den Wasserdruck gewonnen, der auf die flache Form des Bootsbodens wirkt. Jolle ist außerdem eine Bezeichnung für diverse Arten kleinerer Ruder- oder Segelboote.

Kajak – Kajaks haben ihren Ursprung bei den Eskimos. Es ist meist bis auf eine kleine Luke als Einstieg nach oben geschlossen und in seine Bauform deutlich flacher und schmaler als ein Kanadier. Der Fahrer sitzt mit nach vorne ausgestreckten Beinen und paddelt mit einem Doppelpaddel auf beiden Seiten des Bootes. Kajaks gibt es als Einzel- und Doppelsitzer, im Rennsport gibt es außerdem den Kajak-Vierer. Speziell für Wanderfahrten gibt es außerdem geräumigere Kajaks, die auch Platz für Gepäck bieten.

Kanadier – Kanadier haben ihren Ursprung in Nordamerika und wurden dort von Indianern zum Transport und zur Jagt genutzt. Ein Kanadier (oder auch Canadier) ist ein nach oben offenes Sportboot und wird kniend oder sitzend mit Stechpaddeln vorwärtsbewegt. Auf Grund des Platzangebotes eignet sich der Kanadier bestens für Wandertouren, kann mit mehreren Personen gefahren werden und bietet außerdem genügend Raum für Gepäck. Für den Rennsport werden auch Kanadier mit geschlossenem Deck gefahren. Da lediglich Füße und Knie im Boot Platz finden müssen, sind sie oftmals nicht viel breiter als eine Regenrinne und für Laien leicht mit Kajaks zu verwechseln.

Kanu – Das deutsche Wort Kanu (Englisch Canoe) ist ein Oberbegriff für alle Boote, die aus eigener Muskelkraft durch einzelne, lose Paddel in den Händen der Kanuten angetrieben werden. Zu ihnen zählen sowohl Kajak und Kanadier, aber auch diverse Falt- und Schlauchboote.
Fun Fact: Der älteste deutsche Kanuverein ist der 1905 gegründete Alster-Canoe-Club aus Hamburg.

Katamaran – Ein Katamaran ist ein Boot mit zwei Rümpfen, die fest miteinander verbunden sind. Generell unterscheidet man nach der Antriebsart Motorkatamarane und Segelkatamarane.

Kehrwasser – Das Kehrwasser bildet sich hinter Gegenständen (z.B. Steinen) die in der Strömung liegen. Hier bildet sich eine Gegenströmung, sprich das Wasser fließt gegen die eigentliche Fließrichtung des Flusses. Die Grenze zwischen der regulären Strömung und dem Kehrwasser wird als Kehrwasserlinie bezeichnet.

Kerzen – Kerzen (oder Double Pump) bezeichnet eine Figur aus dem Kanusport, bei der das Boot so gedreht wird, dass das Heck unter Wasser taucht während das Bug fast senkrecht in der Luft steht.

Kielboot – Ein Kielboot ist ein Art Segelschiff, das an seiner Rumpfunterseite einen schweren Ballastkiel in Form einer Flosse trägt. Sie werden entweder als offenes Kielboot oder als Segelyacht gebaut und gelten als sehr kentersicher.

Onside und Offside – Bei den Begriffen Onside und Offside handelt es sich um grundlegende Paddeltechniken beim Kanufahren. Die Seite des Kanus, auf der sich das Paddelblatt im Wasser befindet, ist die Onside oder auch aktive Seite. Die andere Seite, bei der der Kanute Übergreifen muss, bezeichnet man in dem Zusammenhang als Offside oder passive Seite.

Playboating -Das Playboating (auch Spielbootfahren oder Kanurodeo) ist eine Freestyle Disziplin des Kanusports. Der Kanute surft dabei auf einer Welle oder Wasserwalze und zeigt dabei verschiedene Figuren und Tricks.
Fun Fact: 2011 hat die Weltmeisterschaft im Playboating auf der Isar in Deutschland stattgefunden.

Rafting – Beim Rafting handelt es sich um eine Adrenalin-versprechende Freizeitsportart, die sich in Mitteleuropa im Laufe des letzten Jahrhunderts immer wachsender Beliebtheit erfreut. Das dazu genutzte Schlauchboot besteht aus robustem, gummiertem Gewebe mit mehreren unabhängigen Luftkammern. Die Boote variieren in Länge und Breite und werden gewöhnlich von 4-12 Leuten in Teamarbeit durch die Stromschnellen gesteuert.

Ruderboot – Der wohl auffälligste Unterschied zwischen Kanus und Ruderbooten ist die Position der Sportler. Während Kanuten sich vorwärts fortbewegen, blicken Ruderer konstruktionsbedingt meist entgegen der Fahrtrichtung. Die Paddel (hier auch Skulls oder Riemen genannt) sind über Ausleger und Dolle mit dem Boot verbunden und die meiste Kraft kommt aufgrund der Rollsitze aus den Beinen. Bei den Bootsklassen unterscheidet man generell zwischen dem Einer (Skiff), Zweier, Vierer und Achter und auch hier gilt es noch einmal unter verschiedenen Ruderbootstypen zu entscheiden.

Rumpf – Der Rumpf ist die Unterseite des Schiffes. Man unterscheidet zwischen Ein- und Mehrrumpfschiffen.

Schafthand – Ein Begriff aus dem Kanusport. Die Schafthand ist die, die den Schaft des Stechpaddels hält. Das andere ist die Griffhand.

Stechpaddel – Das Stechpaddel besteht aus einem Schaft, an dessen Enden sich ein Knauf für die Hand und ein Paddelblatt zur Übertragung der Kraft auf das Wasser befinden. Stechpaddel gibt es in unterschiedlichen Längen, die abhängig vom Einsatzbereich, sowie Sitzhaltung und –höhe im Boot ist.

Steuerbord – Steuerbord ist die in Fahrtrichtung rechte Seite des Bootes. Der Gegenbegriff ist Backbord.