Gut zu wissen… Canyoning 2017-08-22T14:40:43+00:00

Gut zu wissen…

Nomen est Omen – Vor allem der Bereich Trendsport entwickelt sich immer weiter. Neue Sportarten, Equipment oder Materialien überschwemmen den Markt, neue Begrifflichkeiten werden aus dem Boden gestampft und wer nicht ständig am Ball bleibt, versteht irgendwann gar nichts mehr.

Canyoning – von Schlucht zu Schlucht

Enge Schluchten erkunden und durch Abseilen, Klettern, Springen, Rutschen, Schwimmen oder sogar Tauchen immer tiefer in die Berge vorarbeiten – das ist Adrenalin pur, das ist Canyoning. Mit der richtigen Ausrüstung, dem nötigen Elan und natürlich in erfahrener Begleitung ist dies inzwischen an vielen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich. Von Canyoning für Einsteiger bis zu anspruchsvollen Ganztagestouren gilt auch bei diesem Trendsport das Motto ‚Der Berg ruft‘.

Abseilen beim Canyoning Beim Canyoning stehen das Naturerlebnis, der Teamgeist und das gegenseitige Vertrauen im Vordergrund. Die Kommunikation zwischen den Teilnehmern und mit dem Canyoningführer hat aus Sicherheitsgründen höchste Priorität und obwohl theoretisch jeder an einer solchen Tour teilnehmen kann, sind eine gute Kondition, Trittsicherheit und Schwimmkenntnisse wichtige Grundvoraussetzungen. Höhenangst könnte vor allem beim Springen zum Hindernis werden und bei generellen gesundheitlichen Problemen sollte eine Teilnahme vorher mit dem Arzt abgeklärt werden. Da der Sport größtenteils in Naturschutzgebieten und in vom generellen Tourismus eher unerschlossenen Arealen ausgeübt wird, gilt es die in dem Gebiet herrschenden Regeln zu kennen und zu beachten. Selbstverständlich gibt es weder Toiletten noch Abfalleimer und eine Verschmutzung des Canyons ist in jedem Fall ein absolut rotes Tuch. Wer mehr über den Sport wissen möchte und diesen Adrenalinkick live erleben will, kann entweder bei einem der zahlreichen Anbieter eine Tour buchen oder sich bei einem der europäischen Canyoningvereinen informieren. Einmal reinschnuppern ins Canyoning könnt ihr beim Action-Wochenende im Kleinwalsertal , wo auch Klettern und Mountainbiken auf dem Programm stehen.

Gut ausgerüstet unterwegs!

canyoning_adventureservice Die Liste der beim Canyoning benötigten Ausrüstungsgegenstände ist lang. Sehr lang. Da es verschiedene Elemente verbindet, geht die Grundausstattung über die des normalen Kletterns weit hinaus. Neben dem extra für diese Sportart konstruiertem Conyoninggurt, verschiedenen Seilen (auch Arbeits- und Notseile), Karabinern, Abseilgeräten, Geräten für den Aufstieg am Seil, Kappmesser, Handbohrset, Verankerungen und Schlingenmaterial gilt es zu bedenken, dass man sich nicht nur fern ab der Zivilisation, sondern auch in eiskaltem Bergwasser bewegt. Neoprenausstattung, Helm und wasserdichte Transportsäcke/Rucksack sind ebenso wichtig wie das erste Hilfe Set, Signalpfeife, Signalraketen und Handy, um sich im Notfall selber zu helfen bzw. in der Lage zu sein, die entsprechenden Einsatzkräfte zu informieren. Auf Schwimmwesten wird auf Grund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit und geringen Wassertiefe in den meisten Canyons verzichtet.

Da geführte Tourenanbieter all diese Dinge stellen, braucht ihr lediglich an Badesachen, Handtuch ggf. Sonnenschutz und trittfeste Berg- oder Trekkingschuhe zu denken. Achtet bei der Wahl der Schuhe darauf, dass sie euch auch auf unwegsamem Gelände und rutschigen Steinen den nötigen Halt bieten und natürlich nass werden dürfen. Solltet ihr überlegen, euch neue Schuhe zuzulegen, lasst euch auf jeden Fall fachlich beraten und werft auch mal einen Blick auf die von einigen Firmen extra entwickelten Canyoningschuhe. Da ihr euch direkt am Fels bewegt ist auch die Beschaffung von Canyoninghandschuhen eine Überlegung wert.

 

Spaß mit Sicherheit

Gefährlich ist Canyoning nicht. Es handelt sich jedoch um eine sehr technikversierte Sportart, bei der es extrem wichtig ist, das zu begehende Gebiet gut zu kennen und mögliche Gefahrenquellen wie Felsen, Strömungen, Wassertiefen richtig einzuschätzen. Schon Tage vor der Tour muss beispielsweise auch das Wetter im Auge behalten werden. Bei starkem Regen besteht die Gefahr, dass sich enge Schluchten extrem schnell mit sehr viel Wasser füllen. Mittlerweile gibt es einige Organisationen, die professionelle Canyoningführer ausbilden. Bergführer haben die Möglichkeit, die dem Sport eigenen Techniken in einer Zusatzausbildung zu erlernen. Kontrolliertes Abenteuer also – ein bisschen Abenteuerlust gehört auch zwingend dazu, denn einmal in der Schlucht, gibt es oft kein Zurück mehr.